Fluch und Segen zugleich

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Auf dem Plan stand der Hunsrück und dort die Geierlay Hängeseilbrücke.  Wir hofften, dass wir einen Tag ausgesucht hatten, wo nicht gerade zig Tausend andere den selben Gedanken hatten. Angekommen in Mörsdorf dann die Überraschung, oder auch nicht, je nachdem wie man es sieht, P1 war voll besetzt. Also auf zu P2. Die Straße schlängelte sich durch das bescheidene Dörfchen. Zahlreich Besucher säumten die Straße. Teilweise ausgerüstet, also ob eine Alpenüberquerung anstand. Wir sind mal davon ausgegangen, dass diese eine längere Wanderung in Angriff nehmen wollten.

IMG_8738P2 war dann schnell gefunden und es gab auch noch ein Plätzchen für uns. Schnell die Leisetreter gegen festes Schuhwerk ausgetauscht und auf den rund 2 Km Weg zur Hängeseilbrücke gemacht. Der Weg führte uns durch das Dorf, durch Wohngebiete, wo fleißig gearbeitet wurde. Ob die alle so begeistert sind, von den vielen Menschen? Dazu später mehr. Die Beschilderung zur Hängeseilbrücke dürfte ein wenig größer ausfallen, aber wenn man die Augen offen hält, findet man ihn recht schnell. Ansonsten einfach ein wenig dem Herdentrieb Freiraum gewähren und den anderen Besuchern folgen. Wenn man das Dorf verlassen hat, führt der Weg über einen geteerten Feldweg. Am Wegesrand erläutern zahlreiche Schautafeln, wie aus Windenergie Strom gewonnen wird. Von der Brücke ist auf dem Weg weit und breit nichts zu sehen.

Das Wow-Erlebnis

IMG_8774Wie aus dem Nichts erschien am Ende des Weges die Brücke. Wow, was für ein Anblick. Eine tolle Konstruktion! Da musste erst einmal inne gehalten werden, bevor die Brücke betreten wurde. Was aufgefallen ist, links und rechts der Brücke geht es gleich steil bergab. Diese Bereiche sind nicht durch Zäune oder dergleichen geschützt. Gerade beim Besuch mit Kindern, sollte man ein wachsames Auge haben.

Augen zu und drüber. Nein, die Augen sollte man schon geöffnet halten, um die rund 100 m tiefer liegenden Baumwipfel und den Blick in das Tal zu sehen. Wirklich toll.  Durch die Abspannung links uns rechts wird die Brücke sehr stabil gehalten. Klar wackelt es, aber das hält sich bei einer Länge von 360m erstaunlicherweise in Grenzen. das Wackeln sollte für die meisten nicht das Problem sein, vielmehr die Höhe und das Vertrauen in die Ingenieurskunst :-)

Zahlreiche Bänke an der Brücke laden dazu ein, ein wenig zu verweilen, um die Brücke auf sich wirken zu lassen. Wer einen Getränke-/Essensstand an der Brücke erwartet, der wird „enttäuscht“ sein. Selbstverpflegung ist angesagt.

Die Sache mit dem Segen und dem Fluch

Eine unfreiwillige Zwangspause und Wartezeit auf den ADAC, ein Benzinschlauch war geplatzt, wurde dazu genutzt, Kontakt mit einem Gastronom aufzunehmen. Auf die Frage hin, ob die Brücke nun Segen oder Fluch sei, antwortet er: ein Segen für die Gastronomen , aber die Bevölkerung ist ein wenig genervt, um es vorsichtig auszudrücken. Die Touristen die in Wohngebieten rumlaufen, unzählige Autos und Motorräder, welche die Straßen zu Spitzenzeiten verstopfen, können für so ein kleines Dorf schon belastend sein. Durchaus nachvollziehbar, wenn seit der Eröffnung im Oktober 2015 bis Mitte Mai 2016 rund 180.000 Besucher“ die Brücke besucht haben. Wie dem auch sei. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Brücke einmal besuchen und diesen mit einer Wanderung auf den zahlreich ausgeschilderten Wanderwegen verknüpfen.

 

Geierlay Hängeseilbrücke
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